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Auf den Spuren Karls des Großen

latein4Es ist kurz vor den Sommerferien und obwohl der Sommer nun wirklich nicht so heiß ist, schwitzen wir im Lateinunterricht über dem Leben „Karls des Großen“. Mit jedem Stück Text, das wir übersetzen, wird uns der mächtige Mann unklarer. Wie kann er trotz vieler Kriegszüge von der Kirche zum Heiligen erklärt werden?! Diese Frage und die Suche nach ihrer Beantwortung bringt uns auf eine Spur, die nach Aachen führt. Hier befindet sich Karls Lieblingspfalzkapelle: der heutige Aachener Dom, der als erstes Bauwerk Deutschlands in die UNESCO-Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen wurde. Diesen wollen nun auch wir erkunden und beschließen, nach gründlicher Vorbereitung, u.a. durch Video-Filme, mit Herrn Dr. Schlüter einen Ausflug nach Aachen zu unternehmen.

So finden wir uns am Mittwoch dem 13. Juni – auch von Frau Tümmers begleitet- am Krefelder Hauptbahnhof ein und zwei Stunden später stehen wir gemeinsam auf dem Bahnhof der alten Kaiserstadt. Die Geschichte Karls des Großen führt uns zuerst zum Elisenbrunnen. Dieser ist Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut worden; hier fließt das warme Wasser der Kaiserquelle. Schon von weitem riechen wir den schwefeligen Geruch, der von dem angeblichen Heilwasser ausgeht. Wir treffen eine Frau die uns versichert, dass sie jeden Morgen einen Schluck von der Quelle trinke und deswegen noch nie krank gewesen sei. Auch Karl der Große war von den Kräften des Wassers überzeugt. Wir tun es ihm gleich und trinken aus den mitgebrachten Plastikbechern einen Schluck des köstlichen Heilwassers wobei die meisten einen ziemlich säuerlichen Gesichtsausdruck zeigten. Ob uns dieser Schluck für die nächste Lateinarbeit magische Kräfte verleiht?… Wir werden sehen.

latein5Unser nächstes Ziel ist die Hauptattraktion Aachens: Der Dom. Schon von außen wirkt dieser prachtvoll und am Eingang erwartet uns eine erste Erinnerung an den Lateinunterricht: Die Wolfstüren. Von diesen geht eine Sage aus: So soll beim Bau des Domes den Aachenern das Geld aus-gegangen sein und sie baten den Teufel um Hilfe, der für seine Unterstützung die Seele des ersten Besuchers des fertigen Bauwerk verlangte. Das Volk überlistete den Teufel und schickte als ersten Besucher einen Wolf in das Gebäude. Der Teufel war so zornig, dass er dem Wolf die Seele aus dem Leib riss und die Domtür so heftig hinter sich zuschlug, dass er mit dem Daumen im Griff der rechten Tür hängen blieb : der Daumen des Teufels soll damals einen Abdruck in der Tür hinterlassen haben, der heute noch zu bestaunen ist. Nach dem Betreten des Domes sehen wir zwei weitere Inhalte der Sage: Eine Plastik der Wölfin und eines Tannenzapfen, der die rausgerissene Seele des Tieres symbolisiert. Nach dem Betrachten dieser beiden Statuen kommen wir in das Herzstück des Domes: Das von Karl erbaute karolingische Oktogon, die eigentliche Pfalzkapelle. Das Oktogon wird von einem sechzehn-eckigen, zweigeschossigen Rundgang umgeben. Auf der oberen Etage öffnet sich der Krönungsstuhl Karls des Großen. Außerdem kann man in der Mitte des Oktogons einen riesigen Kronleuchter, den Barbarossaleuchter sehen. Hinter der Pfalzkapelle befindet sich die Chorhalle, hier steht der Karlsschrein, in dem die Gebeine des Kaisers ruhen.

Nach einer ausführlichen Besichtigung des Doms machen wir uns in kleinen Gruppen selbst auf den Weg die Stadt Aachen genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir entdecken einen besonders interessanten Laden: Einen kleinen Raum, voll von verschiedener Aachener Printen. Wir kosten das „Nationalgebäck“ und stellen fest: Es schmeckt sehr gut, solange man über kräftige Zähne verfügt. Nach einer weiteren Stunde Aufenthalt in Aachen finden wir uns wieder alle am Bahnhof ein. Unser Ausflug ist beendet und wir können sagen:

Auch wir haben nun einen Eindruck von der Lieblingsstadt Karls des Großen gewonnen, auch wenn sich unsere Eindrücke, vielleicht auf Grund der 1200 Jahre, die zwischen der Existenz Karls und uns liegen, unterscheiden.

Ann-Katrin Roscheck Stufe 12