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Die Kultur des Barock im Latein- und Geschichtsunterricht
latein8Zu Beginn dieses Jahres besuchten wir, der Lateinkurs der Stufe 11 zusammen mit dem Geschichts-LK und Dr. Schlüter unter dem Thema Barock die Caravaggio-Ausstellung in Düsseldorf. Zunächst gingen wir in die Andreaskirche in Düsseldorf, die typische Merkmale der barocken Baukunst aufwies, wie ihr Deckenschmuck, die zahlreichen Heiligenfiguren und ihre Kuppel. Auf dem Weg zu dem Museum Kunstpalast, wo die Bilder ausgestellt waren, kamen wir auch an einer Nachbildung der sogenannten „Hommage an Mozart" vorbei, die der Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie Lüpertz zum Anlass des 250. Todestages des Musikers gestaltet hatte. Uns bot sich ein sehr ungewöhnliches Bild des Komponisten: Er war weiß geschminkt, hatte grellrote Lippen, nur einen Arm und noch dazu sehr weibliche Proportionen. Die Bronzeskulptur, deren Original in Salzburg, der Mozartstadt, steht, ist sehr umstritten und gab auch uns Anlass zu Diskussionen. Dann trafen wir im Museum Kunstpalast ein. Ausgestellt waren neben einigen weniger bekannten auch berühmte Bilder Caravaggios wie zum Beispiel sein „Amor als Sieger", der auf ein Zitat Vergils anspielt: „Omnia vincit Amor et nos cedamus Amori." (Alles besiegt Amor, auch wir wollen der Liebe nachgeben.). Interessant war vor allem der Vergleich der ausgestellten Originale mit den daneben hängenden Kopien.

latein9Der italienische Maler, geboren am 29. September 1571 als Michelangelo Merisi, nach seinem Herkunftsort kurz Caravaggio genannt, gilt als Mitbegründer des römischen Barocks. Er zeichnet sich vor allem durch seine extremen Hell-Dunkel-Kontraste aus, die grelles Licht auf die Hauptfiguren der Bilder werfen und diesen somit eine auffallende Dramatik verleihen. Er malte sehr natürlich und realistisch, was in der damaligen Zeit nicht selten schockierte und provozierte. Seine Bilder zeigen vor allem religiöse Szenen, für deren Darstellungen ihm Menschen aus der Unterschicht, so zum Beispiel Prostituierte, als Modelle dienten. Auf einem Bild sind gar die schmutzigen Fußsohlen einiger Menschen zu sehen, was Caravaggio die unschmeichelhafte Bezeichnung „Maler der schmutzigen Füße" einbrachte. Da er sich immer auf dem schmalen Grat zwischen Erlaubtem und Verbotenem bewegte, führte Caravaggio ein dementsprechend unruhiges Leben und war ständig auf der Flucht. Schließlich starb er 1610 auf seinem Rückweg nach Rom, wo er seine Begnadigung erbitten wollte, wahrscheinlich an Malaria. Sein Grab ist verschollen.

(Von Dana Müller & Christin Neng)