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Patenschaften

Ein Traumschiff für Meeresforscher: Das Forschungsschiff Maria S. Merian

Ende 2005 taufte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn das neueste deutsche Forschungsschiff auf den Namen der berühmten Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647-1717), die gemeinsam mit ihrer Tochter schon damals Fernreisen zu Forschungszwecken durchführte. Am 09.02.2006 waren Anita Plehn und Jan Wiesenthal, begleitet von Frau Schön, als Stellvertreter des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums in Krefeld zur feierlichen In-Dienst-Stellung in Warnemünde. Alle Festredner, wie z.B. Harald Ringstorff, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, und Professor Bodo von Bodungen, der Leiter des Instituts für Ostseeforschung, betonten einstimmig die Bedeutung der Maria S. Merian, die die internationale Spitzenstellung Deutschlands auf dem Gebiet der Meeresforschung weiter ausbauen wird. Ludwig Winnacker, der Präsident der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG), äußerte zudem die Hoffnung, dass in Zukunft mehr Frauen Forschung und Wissenschaft betreiben werden. Der Name des Schiffes möge dazu Anstoß sein.

Mit diesem Festakt wurde das 54 Mio. Euro teure Schiff an das Land Mecklenburg-Vorpommern übergeben. Anschließend begann die erste knapp 5-stündige Forschungsfahrt: Nur wenige geladene Vertreter von Merian-Schulen in Deutschland, Journalisten und hochrangige Politiker durften an Bord. Dort präsentierten Wissenschaftler/innen aus verschiedenen Disziplinen (Geologie, Physik, Chemie, Biologie, Klimatologie) und von unterschiedlichsten Institutionen (Universität Bremen, Universität Oldenburg, Institut für Ostseeforschung) anschaulich, verständlich und sehr engagiert aktuelle Ergebnisse der Meeresforschung. Auch Professor Gerhard Bohrmann vom Alfred-Wegener-Institut, der in dem Ökothriller „Der Schwarm“ als offenbar real existierende Person eine Hauptrolle spielt, stellte seine Untersuchungen an Methanhydraten als eine mögliche Energiequelle der Zukunft dar.

Während eines Stopps wurde die Funktionsweise neuester Messgeräte an Bord der Maria S. Merian, demonstriert. So misst die CTD-Sonde Temperatur, Salzgehalt und Trübung des Wassers in verschiedenen Tiefen und meldet diese direkt an die Zentralstation auf dem Schiff. Um die Sonde herum befinden sich, rosettenförmig angeordnet, 24 große Plastikflaschen, die in verschiedenen Wassertiefen Proben entnehmen können, die in schiffseigenen Laboren weiter untersucht werden. Dank besonderer Technik kann das Schiff selbst bei Windstärke 8 bis auf einen Meter genau auf der Stelle manövrieren und es eignet sich hervorragend für Forschungen in den Polarregionen. Wechselnde Wissenschaftlerteams sollen u.a. im nördlichen Golfstrom und in der Eisrandregion der Arktis den Einfluss der Ozeane auf Klimaschwankungen untersuchen. Die wissenschaftliche Betreuung erfolgt durch das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW), dessen Logo den Schornstein ziert.

Inzwischen ist die Maria S. Merian seit mehrerenJahren unterwegs und führt dabei auch biologische und geologische Untersuchungen im Mittelatlantik durch. Dank der an Bord installierten Lotsysteme können Bodenstrukturen bis zu einer Tiefe von 10.000 Metern erkannt und kartiert werden. Zur Zeit befindet sich die Maria S. Merian auf ihrer elften Reise, wo sie im subtropischen Atlantik zwischen Dakar und Fort de France an der westlichen Flanke des Mittelatlantischen Rückens und am Kontinentalrand vor NW Afrika Bohrkampagnen durchführt. Unsere Schule verfolgt regelmäßig die Expeditionsberichte, die von der Leitstelle wöchentlich abgefragt werden können:

→ http://www.ifm.zmaw.de/de/leitstelle/reisen-des-fs-maria-s-merian/

Allen Wissenschaftlern und der Besatzung an Bord wünschen wir auf diesem „Traumschiff der deutschen Forschung“ immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.