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Geschichte - Aktuell
Thomas Mann, der Amerikaner

Am 19.1.2012 war der amerikanische Autor Hans Rudolf Vaget zu Besuch am MSM. Der Germanistikprofessor aus Massachusetts hat sich intensiv mit den vierzehn Jahren zwischen 1938-1952 beschäftigt, die Thomas Mann in Amerika verbrachte. Diese Zeit widmete der Nobelpreisträger Mann dem Kampf gegen den Nationalsozialismus und der Auseinandersetzung mit seiner deutschen Heimat.

Hans Rudolf Vaget berichtete den Zuhörerinnen und Zuhörern kenntnisreich und gut verständlich von der literarischen und politischen Tätigkeit Thomas Manns in dieser Epoche. Zudem stellte er dessen Verbindungen zu berühmten Persönlichkeiten wie Präsident Roosevelt anschaulich dar. So erhielten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe genauso wie Lehrerinnen und Lehrer ein lebendiges Bild dieser Zeit. „Die Lesung schenkte uns vertieftes Wissen über diesen bedeutenden deutschen Schriftsteller. So können wir uns noch besser auf das Abitur vorbereiten“, sagte eine Schülerin im Anschluss an die Veranstaltung.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal herzlich Konrad Mönter vom Buch- und Kunstkabinett Mönter in Osterath, der auch diese Lesung am MSM ermöglichte.

 
Erinnern – Gedenken – Lernen

27    . Januar – Offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Auch in diesem Jahr ist das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wichtiger Bestandteil des Schullebens am MSM.

Am 27. Januar erinnerten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 an das jüdische Mädchen Anne Frank, das mit seiner Familie 1934 von Frankfurt nach Amsterdam fliehen musste, um sich vor nationalsozialistischer Verfolgung zu schützen. Doch auch die Niederlande bleiben nicht verschont: 1940 marschieren die deutschen Truppen ein und verhängen auch hier antisemitische Gesetze und Regeln. 1942 versteckt sich Anne mit ihrer Familie und vier weiteren Jüdinnen und Juden im Hinterhaus der Firma des Vaters an der Prinsengracht 263. Hier leben sie über zwei Jahre, bis sie entdeckt und ins Konzentrationslager deportiert werden.

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Zeitzeugenbesuch am MSM-Gymnasium
Am Montag den 14.11.2011 besuchten Herr Dr. Klose und Herr Dr. Hofmann das MSM-Gymnasium, um mit den beiden Zusatzkursen Geschichte (Stufe 13) ein Zeitzeugengespräch zu führen. Im Voraus hatten sich die beiden Kurse intern auf diesen interessanten Besuch vorbereitet. Dies geschah durch intensive Beschäftigung mit der Thematik DDR sowie die Vorbereitung von Fragen, die man Herrn Dr. Klose stellen könnte. Nach der Begrüßung durch unsere Lehrerin ging es auch direkt los. Herr Klose stellte sich zuerst kurz vor und begann dann von sich und seinem Leben zu erzählen. Angefangen von seiner Kindheit zur Zeit des zweiten Weltkrieges über die Zeit der DDR und seine Empfindung des Mauerfalls bis hin zur heutigen Situation und wie es dazu kommt, dass er Zeitzeugengespräche gibt. Besonderen Wert legte Herr Dr. Klose auch auf seine Zeit in einem DDR-Gefängnis. Er erläuterte die Methoden und Versuche der Verhör führenden Offiziere ihn zu einem Geständnis für Dinge zu bringen, die er nicht getan hatte. Des Weiteren legte er uns nahe wie er sich dort gefühlt und auch gegen die psychologischen Taktiken zur Wehr gesetzt hat. Die Schülerinnen und Schüler hörten gespannt und interessiert seinen Erzählungen zu und man konnte erkennen, dass Herr Klose sich intensiv mit seiner Vergangenheit beschäftigt und diese auch reflektiert hatte. Er versuchte eine objektive Einschätzung der Dinge und Verhältnisse zu der damaligen Zeit zu geben, was ihm auch gelang, obwohl er auch zugeben musste, dass Zeitzeugen natürlich immer durch bestimmte Ereignisse geprägt wurden und somit immer ein Teil Subjektivität vorhanden ist. Gegen Ende der 90 Minuten, die sehr schnell vergingen, hatten die Schüler/innen noch Zeit und Gelegenheit eigene Fragen an Herrn Dr. Klose zu stellen, welche dieser bereitwillig und ausführlich beantwortete. Man merkte, dass es ihm wichtig ist, den jungen Generationen diese Zeit der DDR nahezubringen und ihnen eine Vorstellung zu geben.  Zusammenfassend kann man sagen, dass dieser Zeitzeugenbesuch sehr aufschlussreich und interessant war. Diese Thematik von jemand zu hören, der dabei war, übertrifft einen trockenen Unterricht in vielen Facetten und die Rückmeldungen der Schüler waren durchweg positiv. An dieser Stelle auch nochmal einen Dank an unsere Lehrer, die uns dieses Gespräch erst ermöglicht haben, sowie natürlich an Herrn Dr. Klose und Herrn Dr. Hoffmann für dieses Zeitzeugengespräch!

 
Zeitzeugengespräch am MSM

Der 84jährige Rolf Gompertz kann Geschichte zum Leben erwecken: Bei einem Zeitzeugengespräch am 17. April 2011 eröffnet er uns am MSM mit der Schilderung seiner Kindheit zur Nazizeit eine ganz neue Perspektive auf eine Zeit, die wir sonst fast nur vom Bücherwälzen kennen. Der 1927 in Krefeld geborene Rolf Gompertz ist erst elf Jahre alt, als er 1939 mit seiner Familie in die USA emigrieren kann. „Einige Juden konnte fliehen“, sagt er, „Die meisten nicht.“  „Auf einmal war es schlecht, eine jüdische Nase zu haben...“, erzählt er, „Überall hingen Schilder 'Juden nicht gestattet' oder 'Juden nicht erwünscht'“. Er erzählt uns, dass man ihn im Freibad beinahe ertrinken ließ, weil er Jude war. Freundschaften zwischen Nicht-Juden und seinen Eltern gingen in die Brüche, Juden wurden angegrenzt und verschrieen. „Schließlich“, meint Herr Gompertz, „kamen sie zu uns in unsere Wohnung. Es war die Reichskristallnacht. Mein Vater zog sein Eisernes Kreuz aus einer Schublade im Wohnzimmer“, Herr Gompertz zeigt uns das Kreuz, „und brüllte: ‚Wofür habe ich im Ersten Weltkrieg gekämpft?‘“

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Rafael Seligmann zu Gast im Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium

Am 13.4.2011 war Rafael Seligmann zu Besuch im Maria-Sibylla-Merian Gymnasium. Bei der mithilfe des Osterather Buch- und Kunstkabinetts Mönter und des Fördervereins zustande gekommenen Veranstaltung las er aus seiner Autobiographie „Deutschland wird dir gefallen“ und sprach mit den Schülerinnen und Schülern der Einführungsphase über seine Einstellung zu Deutschland und sein Umgehen mit Vorurteilen, mit welchen er auch heutzutage aufgrund seiner jüdischen Abstammung konfrontiert wird. Diese Art Vortrag über die NS-Zeit verfolge ich mit Neugier, da mich der Gedanke beunruhigt, dass Deutschland, die hochentwickelte Industrienation, die wir heute kennen, nicht immer eine liberale Gesellschaft war, sondern dass es durchaus sehr dunkle, schreckliche Kapitel gab: Die Zeit der NS-Diktatur und des Faschismus. Wie auch in der letzten Woche, als der Zeitzeuge Rolf Gompertz von seinen Erlebnissen während der NS-Zeit sprach, folgte ich der Einladung meiner Religionslehrerin Frau Vetter zu einer weiteren Vorlesung eines Deutschen jüdischen Glaubens. 

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